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Playboy ohne Nacktbilder ?

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Playboy – ein Relikt

Der Playboy erschien 1969 im Zuge der Flower-Power Bewegung und sexuellen Befreiung dank Hugh Hefners zum ersten Mal. Seitdem wurden Damen wie Madonna und Marilyn Monroe nackt abgebildet, als auch Personen des öffentlichen Lebens wie Miles Davis, Alex Haley, Malcolm X und Martin Luther King Jr. interviewt.

John Updike, Norman Mailer, Gore Vidal, Joseph Heller und Woody Allen veröffentlichten im Playboy regelmäßig ihre Kurzgeschichten.

Auflagenschwund

Seit mehreren Jahrzehnten sank die Reichweite dramatisch der Playboy Auflage. Während das Magazin noch in den 70er und 80er Jahre wegen Interviews und (pseudo?-) intellektueller Essays auf den Tischen der Warteräume bei Anwaltskanzleien und Banken lag, kam es später immer mehr in Verruf. Großkunden wendeten sich ab, qualitativer Journalismus und Recherche nahmen ab. Überhand nahmen die Nacktfotos, von Titten, verdeckten Vaginas und erotischen Posen von weiblichen B-Sternchen.

Persönlich hatte ich verstanden, daß irgendwas mit dem Playboy nicht stimmte, als ich letztes Jahr auf dem Winterfeldplatz und verschiedenen Messen das Magazin zu freien Selbstmitnahme rumliegen sah (ähnlich wie FAZ, SD und Tagesspiegel, von denen bekannt ist, daß sie mit der Konkurrenz des Internets zu kämpfen haben). Ein Magazin, daß knapp vier Euro kostet wird nun verschenkt ? Die Zahlen belegen, daß mein Gefühl richtig war: während vor 40 Jahren noch 8,5 Millionen Exemplare des Playboys verkauft wurden sind es heute nur noch 800.000.

 

Neuausrichtung: keine Nacktfotos mehr…in den USA

Nun hat der Playboy nach 46Jahren Existenz angekündigt, ab Mürz 2016 keine Nacktfotos mehr in der amerikanischen Ausgabe zu veröffentlichen. Die massive Verbreitung und ständige Verfügbarkeit von Pornographie besonders im Internet hätte dazu geführt, daß sowohl das Alleinstellungsmerkmal verschwunden ist als auch viele Männer nach „anderen Bilder“ mit „mehr nackter Haut“ suchen.

Florian Boitin, Chefredakteur des Deutschen Playboys, sagt jedoch: „auf die Ausrichtung des deutschen Playboy hat die Entscheidung der Amerikaner keinen Einfluss.“ Vorerst….

Gruppen wie FEMEN und FAM begrüßen das Ende einer frauenfeindlichen Ära, zumindest in den USA. Auch die Teilnehmer der diesjährigen PorYes werden die Entscheidung feiern, waren es doch genau diese Art von Darstellungen, die sie seit Gründung ihrer sex-positiven Bewegung bekämpft haben.

woogaaboo Tipp der Woche: wer schnell ist kann momentan noch den Playboy im Jahresabo für netto 10€ ergattern. Bitte beeilen, der Deal ist gleich ausverkauft.

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